Bei der Erweiterung eines Firmensitzes im Regensburger Ostenviertel standen wir vor einer klassischen Herausforderung: Unter einer zwei Meter mächtigen quartären Kiesterrasse, die das Donautal prägt, vermuteten die Planer massiven Malmkalk. Die Unsicherheit, ob darin verkarstete Bereiche oder unerwartete Tonlinsen lagern, hätte die Gründung massiv verzögert. Genau hier setzt die seismische Tomographie an: Statt punktueller Aufschlüsse liefert sie ein durchgehendes Abbild des Untergrunds. Mit einem Hammerschlag-Seismographen und 24 Geophonen haben wir entlang der Bauflucht ein Refraktionsprofil gemessen und die Laufzeitkurven noch vor Ort ausgewertet. In Regensburg kombinieren wir diese Methode häufig mit einer Sondierung mittels CPT, wenn es um die Tragfähigkeit der quartären Sande geht, oder ergänzen die Aussage durch eine Korngrößenanalyse zur Kalibrierung der seismischen Geschwindigkeiten an den rolligen Schichten. So entsteht ein belastbares Modell, das Überraschungen im Aushub vermeidet.
Seismische Tomographie deckt in Regensburg verdeckte Karsthohlräume im Malmkalk auf – ein Risiko, das konventionelle Bohrungen oft übersehen.



