Wenn der erste Löffelbagger in einer Regensburger Baugrube ansetzt, zeigt sich schnell, ob die Bemessung die lokalen Realitäten erfasst hat. Die oberflächennahen Donauschotter im Stadtwesten täuschen oft eine Homogenität vor, die spätestens beim Erreichen der stark verwitterten Keuperschichten im Stadtosten einer komplexen Wechsellagerung aus Ton- und Sandsteinbänken weicht. In unserer Erfahrung aus zahlreichen Projekten zwischen dem Bischofshof und dem Gewerbegebiet Haslbach entscheidet die frühzeitige Kombination aus Baugrundmodell und realitätsnaher Berechnung darüber, ob eine Baugrube trocken und standsicher bleibt. Wir setzen dabei konsequent auf die Finite-Elemente-Methode, um den Erddruck auf Trägerbohlwände oder rückverankerte Spundwände wirklichkeitsnah abzubilden, und ergänzen die Bemessung bei Bedarf mit einem vorgeschalteten CPT-Versuch für ein lückenloses Bodenprofil in den oft heterogenen quartären Auffüllungen der Regensburger Innenstadt.
In Regensburg bestimmt nicht der Baugrubentyp, sondern die korrekte Interpretation der Keuper-Verwitterungszone die Wirtschaftlichkeit und Sicherheit der Bemessung.
