Regensburgs Untergrund ist ein Geschichtsbuch aus Stein, Sand und den Sedimenten der Donau. Die Altstadt steht auf massivem Kalkstein des Jura, doch schon in den östlichen Erweiterungsgebieten und entlang des Flusslaufs dominieren quartäre Talfüllungen mit locker gelagerten Kiesen und eingeschalteten Auelehmen. Wer hier ein Bauwerk plant, kämpft mit einem Zweiklang: tragfähiger Fels in wenigen Metern Tiefe, darüber setzungsempfindliche Deckschichten, die bei Wasserzutritt rasch an Festigkeit verlieren. Der Triaxialversuch liefert in dieser geologischen Konstellation die entscheidende Kenngröße: den wirksamen Scherwinkel und die Kohäsion unter wirklichkeitsnahen Spannungszuständen. Seit der Eingemeindungswelle in den 1970ern wuchs die Stadt auf über 150.000 Einwohner, und mit jedem neuen Erschließungsgebiet im Regensburger Osten müssen Gründungen tiefer und Sicherheiten genauer bemessen werden. Unser Labor im Großraum Regensburg begleitet diese Entwicklung mit triaxialen Rahmenscherversuchen, die exakt jene Drainagebedingungen abbilden, die der Baugrund bei Hochwasser oder Dauerregen erfährt.
Der Triaxialversuch misst nicht nur die Scherfestigkeit, er zeigt, wie sich der Porenwasserdruck im Bruchzustand aufbaut – entscheidend für jede Baugrube in Donau-Nähe.



